26. März 2021

Thüringer Wald: Fünf spannende Außenstandorte der BUGA Erfurt 2021 – Faszinierende Geschichten von herzoglicher Muse und der raffinierten Inszenierung von Natur

„Erfurt erblüht“ – Die diesjährige Bundesgartenschau kehrt nicht nur zu ihren Ursprüngen in die grüne Landeshauptstadt Thüringens zurück, sondern präsentiert sich zwischen Blumenfeldern, Parks und historischen Kulissen auch an 25 Außenstandorten. Bereits 1865 fand in Erfurt die erste internationale Gartenschau statt. In der traditionellen Blumenstadt und Metropole des Gartenbaus erlebt man im Rahmen der Bundesgartenschau (BUGA) Erfurt 2021, vom 23. April bis 10. Oktober 2021, eine einzigartige Ausstellung der Gartenkunst auf 430.000 m² mit einer noch nie dagewesenen Varietät blühender Exponate und zahlreichen gärtnerischen Höhepunkten.
Fünf Außenstationen der BUGA 21 liegen in der Kulturregion Wartburg im Thüringer Wald: Die Residenzstadt Gotha, der Schlosspark von Schloss Altenstein, der Schlosspark Kochberg in Großkochberg, der Bergfried-Park Saalfeld und der Landschaftspark Ebersdorf am Thüringer Meer. Vom Barockgarten und Englischen Garten bis zum herrschaftlichen Bürgerpark mit imposanten Bauten, finden Naturliebhaber und Pflanzenfreunde ein abwechslungsreiches Angebot vor. Die Bandbreite reicht von reizvoller Gartenkunst, bezaubernden Teppichbeeten, historischen Baumbeständen bis zu weiten Wiesenflächen für ein romantisches Picknick an lauen Sommertagen. Ergänzend werden in den Schloss- und Parkanlagen zahlreiche musikalische Höhepunkte geboten: Bach-Konzertreihen, Open-Air-Konzerte und arkadische Singspiele in einem Musentempel.

Residenzstadt Gotha: visuelle Illusionen, die Welt der Freimaurer und Bach-Konzertreihen
Gotha ist eine der schönsten Städte Thüringens. Die ehemalige Residenzstadt des Herzogtums Sachsen-Gotha beeindruckt vor allem durch den imposanten Bau von Schloss Friedenstein. Der Park rund um die frühbarocke Schlossanlage beherbergte einst einen Küchen- und einen Lustgarten. Südlich des Schlosses liegt heute der 1769 angelegte Englische Garten, der zu den ältesten Gartenanlagen nach englischem Vorbild in Europa zählt. Im Park des fürstlichen Herrenhauses liegt zudem die eindrucksvolle Orangerie, die zu den größten und schönsten Sammlungen exotischer, nicht winterfester Gewächse in Deutschland gehört. In der Ausstellung „Im Garten der Goldenen Früchte“, vom 9. Mai bis 19. September 2021, erhält man unter anderem interessante Einblicke in die Gothaer Gartenkunst. Die Gothaer Herzöge versuchten mit Hilfe der Natur die Merkmale des gesellschaftlichen Wandels aufzuzeigen. Der Englische Garten in der Schlossanlage Friedenstein fasziniert durch optische Täuschungen und sich überraschend öffnende Blickachsen. So zeigt sich der Parkteich je nach Perspektive auch schon einmal als Fluss.
Der Rundgang zum Thema „Die Gärten der Gothaer Herzöge, Freimaurer und Illuminaten“ entführt in die faszinierende Geschichte der Gothaer Gartengestaltung. Darüber hinaus wird die Mystik der Freimaurer und Illuminaten in den Darstellungen des Gästeführers eindrucksvoll beleuchtet: Warum sind eine Eule und diverse andere Symbole auf einem Ein-Dollar-Schein abgedruckt? Und sieht George Washington nicht irgendwie nach Adam Weißhaupt, dem Freimaurer und deutschen Rechtswissenschaftler aus?
Musikbegeisterte kommen vom 26. August bis 5. September 2021 beim 95. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft in Ohrdruf und Gotha auf ihre Kosten. In der Gothaer Orangerie gibt es Konzerte unter anderem mit Bohdan Kozhushko und die Konzertreihe „Bachs Werk vormittags.“
Weitere Informationen unter: www.gotha-adelt.de

Schlosspark Altenstein: bunte Teppichbeete, alte Bäume und beeindruckende Erlebnisse
Der landschaftlich einmalige Park rund um das Schloss Altenstein in Bad Liebenstein diente früher den Herzögen von Sachsen-Meiningen als Sommerresidenz und zählt heute zu den schönsten Landschaftsparks Deutschlands. Zu erwähnen sind hier die beiden Landschaftsarchitekten Hermann Fürst von Pückler-Muskau und Peter Joseph Lenné, die auf dem 160 Hektar großen Areal wichtige Epochen der Gartenkunstgeschichte festhielten. Von schroffen Felsformationen bis zum Chinesisches Häuschen und den leuchtenden Teppichbeeten gibt es auf einem Spaziergang viel zu entdecken. Die prächtigen Beet-Bepflanzungen wurden bis zum Tode von Herzog Georg II. mit wechselnden Motiven präsentiert und waren unter dem Namen „das große Altensteiner Teppichbeet“ bekannt. Im wahrsten Sinne überragend ist der beeindruckende Baumbestand des Schlossparks. Wer mehr über die Lebensgeschichte der alten Bäume erfahren möchte, sollte das Hofmarschallamt besuchen. Im Gebäude werden historische Baumscheiben und ihre Geschichten ausgestellt.
Im Schloss Altenstein werden Sonderführungen zu den Themen „Kunst im Beet und Park“ und „Baugeschichte Schloss und Park Altenstein“ angeboten. Auch Johannes Brahms besuchte Schloss Altenstein mehrfach und schwärmte bis zu seinem Tode von der traumhaften Gestaltung des Hofs. Im Obergeschoss des Schlosses befindet sich die Brahms-Gedenkstätte. Im Rahmen der BUGA finden im Parkareal Achtsamkeitsspaziergänge und Kräuterworkshops statt. Außerdem gibt es die Möglichkeit, an Waldbade-Kursen, Gesundheitswanderungen oder Nordic Walking Touren teilzunehmen. In den Sommermonaten veranstaltet der MDR-Musiksommer ein Open-Air-Konzert auf dem Altenstein. Ein weiteres Highlight ist das am 3. Juli 2021 stattfindende Konzert der Thüringen Philharmonie Gotha-Eisenach.
Weitere Informationen unter: www.bad-liebenstein.de

Schlosspark Kochberg: malerische Kulisse, ein Musentempel und das Sommerfestival „Arkadien!“
In Großkochberg, 35 Kilometer von Weimar entfernt, liegt das Wasserschloss Kochberg, der ehemalige Landsitz der Familie von Stein. Die Schlossanlage erlangte Berühmtheit durch zahlreiche Besuche von Johann Wolfgang von Goethe. Der Dichter hielt sich wegen der Liebe zu Charlotte von Stein zwischen 1775 und 1788 auf ihrem Landgut auf. Bis heute ist das Rittergut samt Schloss und Parkanlage erhalten geblieben. Ab 1797 wurde der ehemalige barocke Garten in einen sechs Hektar großen Landschaftspark umgestaltet – als Traumbild vom ländlichen Leben und in der arkadischen Szenerie eines Landschaftsparks mit einem Theater als Musentempel: das Liebhabertheater. Die in sich geschlossene Anlage beeindruckt seitdem mit zahlreichen gestalterischen Höhepunkten: Ein verschlungener Weg unter imposanten alten Bäumen führt zu einer Turmruine, einem runden Badeteich, einer Grotte mit Begräbnisplatz und einem prachtvollen Blumengarten samt Blumentheater. Das Liebhabertheater wurde um 1800 erbaut und umfasst 75 Plätze. Bis heute kann man hier ein authentisches Theater der Goethezeit erleben. Im Rahmen des Sommerfestivals „Arkadien!“ präsentiert die außergewöhnliche Spielstätte von Mai bis September rund 30 Veranstaltungen von Opern bis zu Schauspielen und Konzerten. Unter anderem ist die Oper „Der gefangene Amor oder Die Liebe in Fesseln“ von Giuseppe Scarlatti zu erleben. Das Eröffnungskonzert „Auf der Suche nach Arkadien“ findet am 1. Mai 2021 statt.
Schloss und Park Kochberg gehören zur Klassik Stiftung Weimar, die zeitgleich zur BUGA Erfurt 2021 ab April ihr Themenjahr „Neue Natur“ mit einer Reihe von Ausstellungen eröffnet.
Weitere Informationen unter: www.klassik-stiftung.de

Bergfried-Park Saalfeld: herrschaftlicher Villenkomplex und englischer Gartenstil
Der Bergfried-Park in Saalfeld liegt auf einer Anhöhe und wurde in den 1920er Jahren für den Saalfelder Schokoladenfabrikanten Ernst Hüther angelegt. Von der unter Denkmalschutz stehenden Parkanlage bietet sich ein herrlicher Ausblick auf Saalfeld. Als Ensemble sind die Villa Bergfried und der dazugehörige Park ein bedeutendes Aushängeschild der Stadt. Die landschaftliche und architektonische Gestaltung des Areals ist auf den Dresdner Architekten Max Hans Kühne zurückzuführen. Der 20 Hektar große Park beherbergt einen japanischen Garten und einen Glockenturm, aus dem mehrmals täglich das älteste Carillon-Glockenspiel Deutschlands erklingt, das bei besonderen Anlässen sogar manuell bespielt werden kann. Ein Rundweg durch den Park zeigt den vorherrschenden Stil der englischen Gartenkunst: eine beschnittene mehrreihige Lindenallee, großräumig, exakt angelegte Beete sowie ein Seerosenteich zieren die Anlage. Das hervorstechendste Merkmal der Grünfläche bildet eine architektonisch gestaltete Achse, die vom Schmuckhof des Herrenhauses über die Lindenallee zu einem Weiherhäuschen führt. Park und Villa gehören mittlerweile zu den schönsten Kulturdenkmälern der Zwanzigerjahre in Thüringen.
Im Rahmen der BUGA Erfurt 2021 werden jeden ersten Sonntag im Monat Parkführungen angeboten. Am 12. Mai 2021 findet der „Süße Naturparktag“ statt. Zudem gibt es am 18. September 2021 ein Yoga-Festival – mit Achtsamkeitsübungen, Vorträgen und einem Mantra-Konzert.
Weitere Informationen unter: www.saalfeld-tourismus.de

Landschaftspark Ebersdorf: Ruheoase und wildromantische Wiesenplätze
Schloss und Park Ebersdorf bilden als Erbe der Fürstenfamilie Reuß ein einzigartiges historisches Ensemble. 1692 wurde das Schloss unter Graf Heinrich X. errichtet. Auch Napoleon soll sich 1806 in den Räumen des Schlosses aufgehalten haben. Einen Teil der Schlossanlage bildet die Orangerie, die zu DDR-Zeiten als Gaststätte genutzt wurde. Rund um Schloss und Park wurde 1720 ein Barockgarten angelegt, der im 19. Jahrhundert erweitert und zu einem Englischen Landschaftsgarten umgestaltet wurde. Weitflächige Wiesen und malerisch arrangierte, inzwischen beeindruckend große Kiefern, Lärchen, Buchen, Tannen, Fichten und Linden prägen seitdem die Grünflächen. Die weiten Wiesen und idyllischen Plätzchen im Landschaftspark Ebersdorf eignen sich gut für ein Sommer-Picknick.
Eine weitere Besonderheit im Schlosspark ist das sehenswerte Grabmal der Fürstenfamilie Reuß. Es wurde vom deutschen Bildhauer Ernst Barlach erschaffen. Am Rande des Parks befindet sich zudem eine unter Denkmalschutz stehende, noch immer belebte Schule im Pavillonstil. Im Rahmen der BUGA Erfurt 2021 finden verschiedene Parkführungen sowie Konzerte statt.
Weitere Informationen unter: www.buga2021.de

Die Reisemöglichkeiten und Öffnungszeiten richten sich nach den aktuell gültigen Corona-Bestimmungen. https://corona.thueringen.de/


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Nina Genböck
nina.genboeck@genboeckpr.de
Tel.: 030 22487701

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Der Thüringer Wald – bekannt durch seine sagenhafte Landschaft, die Lage unweit der ehemaligen innerdeutschen Grenze und natürlich durch das bekannte Lied über den nicht minder bekannten Wanderweg durch den Thüringer Wald, den Rennsteig.

Blühende Bergwiesen und frische Waldluft prägen die Naturregion mit ihren 36 Kur- und Erholungsorten zwischen Eisenach im Westen und Blankenstein im Osten. 982 Meter misst der Große Beerberg, der höchste Berg des Mittelgebirges Thüringer Wald. Der Rennsteig, Deutschlands ältester, und bekanntester Wanderweg verbindet gleich drei Nationale Naturlandschaften miteinander: den 220.000 Hektar umfassenden Naturpark Thüringer Wald, das UNESCO Biosphären-Reservat Thüringer Wald mit 33.700 Hektar und den 830 Quadratkilometer großen Naturpark Schiefergebirge/ Obere Saale. Neben dem berühmten Rennsteig führen zahlreiche weitere Wanderwege durch die Naturregion zu unvergesslichen Aussichten oder einmaligen Sehenswürdigkeiten. Im Winter werden viele davon zu unzähligen Loipenkilometern. Viele Ausflugsziele erwarten den Besucher der Naturregion Biosphäre Thüringer Wald, wie etwa die Oberweißbacher Bergbahn, eine Standseilbahn aus dem Jahr 1923, oder der Rennsteiggarten, der größte und artenreichste Alpingarten Deutschlands. Sogar eine in Europa einzigartige Ursaurier-Fundstelle befindet sich im Thüringer Wald am Bromacker bei Tambach-Dietharz. Ein Saurier-Erlebnispfad mit 17 lebensgroßen Ursauriern macht Urgeschichte greifbar.

Auch das größte zusammenhängende Stauseegebiet Europas – Bleilochtalsperre und Hohenwarte Stausee – gehört zur Naturregion Biosphäre Thüringer Wald. Auf insgesamt 80 Kilometern windet sich die Saale an steilen Felsen und weiten Wäldern entlang. Die fjordähnliche Flusslandschaft, das sogenannte Thüringer Meer, bietet nicht nur eine einzigartige Flora und Fauna sondern auch zahlreiche Wassersportmöglichkeiten.

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