12. August 2019

Tag der Sommerfrische im Schwarzatal im Thüringer Wald. Ein Erzählsalon, die neue Sommerfrische und viele spannende Einblicke

Die Gebrüder Grimm prägten Mitte des 19. Jahrhunderts in ihrem Deutschen Wörterbuch den Begriff „Sommerfrische“. Sie definierten ihn als „Erholungsaufenthalt der Städter auf dem Lande zur Sommerzeit“. Sommerfrische war gestern? Nicht im Schwarzatal. Der Ausbau der Schwarzatal-Bahn vor über 100 Jahren war der Startpunkt des Tourismus in der Region, Hotels und Pensionen entstanden. Schon damals fanden Sommerfrischler den perfekten Mix aus Entschleunigung und Erholung. Das suchen viele Gäste auch heute noch – und finden es hier.

Von der traditionellen zur neuen Sommerfrische im Schwarzatal

Im 19. und frühen 20. Jahrhundert war die Region zwischen Saale und Rennsteig bei Gästen aus ganz Deutschland beliebt – schon früh wussten zum Beispiel Poeten und Forscher wie Schopenhauer, Goethe, Schiller und Humboldt die Auszeit in der Natur zu schätzen. Die Sommerfrische hatte etwas Schönes, Leichtes und Romantisches. Der Ausbau der Schwarzatal-Bahn gab der touristischen Entwicklung einen weiteren Schub: Die Gäste der neuen Hotels vergnügten sich beim Radfahren, Tennisspielen oder bei Konzerten. Die neuen Häuser auf dem Lande wurden im Heimatstil errichtet, der gern auch als „Sommerfrische-Stil“ bezeichnet wird. Romantische Fluchtorte für gestresste Großstädter.

Zu DDR-Zeiten schließlich waren die Ferienplätze im Schwarzatal ähnlich gefragt wie die an der Ostsee.

Und heute? In den letzten Jahren gab es eine Wiederbelebung dieser bewährten Sommerfrische, denn einige Sommerfrische-Häuser haben neue Betreiber gefunden und werden mit viel Aufwand und Liebe restauriert. Angesichts der Hitzerekorde in den Städten kommen wieder viele Gäste, um die frische und unbelastete Natur und die romantische historische Architektur zu erleben. Die scheinbar vergessene Gelassenheit gewinnt immer neue Anhänger, verlassenen Villen wird neues Leben eingehaucht. Gefeiert wird dieser neue Trend am Sonntag, den 25.8.2019, mit dem „Tag der Sommerfrische“.

Ein Erzählsalon zur DDR-Sommerfrische zum Auftakt

Bereits am Vorabend des Tags der Sommerfrische, am Samstag, den 24.8.2019, gibt es spannende Geschichten aus der Zeit der DDR-Sommerfrische. Erzählt von Einheimischen aus dem Tal, die sich noch gut daran erinnern können, wie damals im Schwarzatal jedes Zimmer, zeitweise auch das eigene Wohnzimmer an Gäste aus Berlin, Leipzig oder Dresden vermietet wurde. Durch den Abend im Kultursaal in Schwarzburg führt Salonnière Katrin Rohnstock, die mit ihren Erzählsalons die Kultur des Geschichtenerzählens bewahren will.

Sommerfrische-Architektur: Haus Bräutigam, das Vielfensterhaus und ein neuer BahnHofladen

Gefeiert wird die Sommerfrische also am 25.8.2019. Und das schon zum fünften Mal. Für die Gäste gibt es an 14 Veranstaltungsorten von Bad Blankenburg bis Katzhütte Ausstellungen, Filmvorführungen, spezielle Führungen und Erzähl-Cafés. Besuchen kann man große und prominente Villen, genauso wie kleine und weniger bekannte Hotels eines goldenen Zeitalters. Alle 14 Häuser dieser Sommerfrische-Architektur sind mit einem weiß gedeckten Tisch mit Gartenobst und einem Feldblumenstrauß markiert und haben von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.

Mit dabei ist zum Beispiel das Logierhaus Bräutigam in Schwarzburg, ein typisches Beispiel der Sommerfrische-Architektur der Jahrhundertwende. Das Haus wurde bis in die 1990er-Jahre als Pension betrieben, nach dem Leerstand wird es nun zu einem zeitgemäßen Sommerfrische-Ort umgestaltet. Ein Erzählcafé, Kurzfilme, einen Flohmarkt und eine Cocktailbar gibt es im so genannten Vielfensterhaus in Böhlen. Mit seiner Lage am Dorfplatz prägt es das Ortsbild mit seinen vielen Fenstern, die sich zu allen vier Himmelsrichtungen öffnen.

Ungewöhnlich ist auch der ganz neu eröffnete BahnHofladen in Rottenbach. Lange wurde der Bahnhof Rottenbach, der zentrale Verkehrsknotenpunkt und das Tor zum Schwarzatal, umgebaut und hat nun auch einen richtigen Hofladen mit Produkten aus der Region.

Schloss Schwarzburg: Ungewöhnliche Einblicke in die Schaubaustelle

Zu besichtigen ist auch Schloss Schwarzburg, das eine wechselvolle Geschichte erlebt hat und zum Beispiel während des Zweiten Weltkriegs eigentlich zu einem „Reichsgästehaus für Adolf Hitler“ umgebaut werden sollte. Zahlreiche Akteure der Region, darunter die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten sowie die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen, wollen im Schlosshauptgebäude einen Denkort der Demokratie schaffen. Im Schlosspark gibt es zum Tag der Sommerfrische einen „Langen Tisch der regionalen Produkte“. Eine gute Gelegenheit, um für einen Ausflug auch einen Picknickkorb zu erwerben.

Tipp: Fahrt mit dem Cabrio-Wagen der Bergbahn

Das Schwarzatal ist mit der Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn und mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Besonders empfehlenswert, nicht nur für Eisenbahnfans, ist eine Fahrt mit dem Cabrio-Wagen der Bergbahn auf der denkmalgeschützten, 1,4 Kilometer langen Standseilbahn von Obstfelderschmiede nach Lichtenhain.

 

Weitere Informationen unter www.tag-der-sommerfrische.de


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Nina Genböck
nina.genboeck@genboeckpr.de
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