4. Juni 2018

Rent a Sheep im Tiroler Oberland: Eine Wanderschäferei für den Erhalt der Kulturlandschaft in den Bergen

Schafe lassen die Herzen aller Wanderer höher schlagen. Friedlich grasen sie auf den Almen vor sich hin, sehen dabei einfach niedlich aus und eignen sich auch noch als tolles Fotomotiv. Aber Schafe sind auch richtig nützlich auf den Bergweiden, denn sie arbeiten dort sozusagen nebenbei als Landschaftspfleger. Doch immer weniger Bauern haben Schafherden, die sie im Sommer auf jene Almweiden schicken können, die sie nicht mähen. Um diesem Missstand entgegen zu wirken, wurde im Tiroler Oberland eine Wanderschäferei ins Leben gerufen, an der sich auch die Gäste bei geführten Themenwanderungen erfreuen können.

„Easy care“-Schafe für den Einsatz auf den Almwiesen

Je weniger Vieh im Sommer in den Bergen unterwegs ist, desto schneller verbuschen die Almen. Die Folge sind vermehrte Erosionen – Muren im Sommer und Lawinen im Winter. Dagegen muss man doch etwas tun können, dachte sich Hobby-Schäfer Thomas Schranz. Gesagt, getan. Schranz informierte sich ausführlich im In- und Ausland und erstand schließlich gut 50 Schafe. Sogenannte „easy care“-Schafe. Die sind, wie der Name schon sagt, einfach im Unterhalt. Sie gelten als robust und müssen nicht geschoren werden. Im Gegenteil, diese Schafrasse verliert im Laufe des Jahres regelmäßig Haare, die dann – besonders praktisch – gleich als natürlicher Dünger auf den Weiden liegen bleiben kann.

Tierische Rasenmäher auch beim Obstanbau

Etwa ein Mal pro Woche schaut Schranz im Hochsommer nach seinen Schafen auf den hochgelegenen Almen. Und alle 14 Tage dürfen sie auf eine neue Bergwiese, die von den Bauern nicht mehr gemäht wird, meist aus Zeit- und Personalmangel. Ein paar Schafe dürfen in diesem Sommer in Prutz in den Bergmarillen-Plantagen von Schnapsbrenner Gerhard Maass weiden. In die Zukunft denkt der Wanderschäfer auch schon: Zusätzlich wurden ein paar Ziegen, Lamas und Alpakas angeschafft. Sie haben dann ebenfalls Anteil am Weidemanagement und erweisen sich manchmal sogar als guter Ersatz für den menschlichen Schäfer.

Bei geführten Wanderungen den Schafen beim Landschaftserhalt zusehen und Almen erkunden

Seit 2017 grasen die Schafe von Thomas Schranz nun auf den Almen im Tiroler Oberland, auf Bergwiesen, Trockenrasen oder Waldflächen – wo sie eben gerade gebraucht werden. Und damit nicht nur die Schafe und die Natur etwas von der neuen Wanderschäferei haben, unterstützt der Tourismusverband die Idee und stellte Tafeln an den Weideflächen auf, die Besucher und Wanderer über die Kulturlandschaft, die Artenvielfalt und den Sinn der Beweidung informieren. Ausgewählte Hotels bieten zudem Wanderungen zu den Schafen an oder binden die Tiere in ihr Kinderprogramm an. Ab Juli 2018 gibt es im öffentlichen Wochenprogramm des Tourismusverbandes zusätzlich eine geführte Wanderung zum Thema „Region im Wandel“, bei der es um Herdenmanagement, Weidepflege und den Klimawandel geht.

Das Wanderprogramm im Tiroler Oberland hat aber auch noch einige andere spannende Wanderungen zu bieten. Täglich geht es mit Wanderführerin Gisela auf Erkundungstour, jeweils mit unterschiedlichen Themen und Zielen. So können sich Gäste beispielsweise für eine Kräuterwanderung anmelden, zum Hohenzollernhaus wandern, durch die Pfundser Tschey, zur Anton Renk Hütte oder durch den Gallruth Stollen. Besonders beliebt ist die Almenwanderung mit Gisela, die seit 15 Jahren als Guide arbeitet, die Region wie ihre Westentasche kennt und immer viele spannende Geschichten zu erzählen weiß, viele auch über frühere Zeiten.


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Nina Genböck
nina.genboeck@genboeckpr.de
Tel.: 030 22487701

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Das Oberinntal mit seinen Orten von Prutz bis Pfunds ist geprägt von naturbelassenen Auwäldern im Tal und einzigartigen Hochtälern und Hochplateaus. Am Ende des Tals, auf 1.627 Metern über dem Meeresspiegel, liegt das Örtchen Spiss. Es ist Österreichs höchstgelegene Gemeinde.

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