1. Dezember 2016

Gastein: Skipässe statt Zinsen. Die neue Schlossalmbahn in Bad Hofgastein wird durch Crowdfunding finanziert

Das Modell Crowdfunding kennt man im Zusammenhang mit innovativen Startups: Viele Menschen, eine „crowd“, werden für eine besondere Idee überzeugt, finanzieren diese und werden nach erfolgreichem Abschluss des Projekts am Gewinn beteiligt. So soll es nun auch in Gastein funktionieren. Wer sich finanziell am Bau der neuen Schlossalmbahn in Bad Hofgastein beteiligt, darf später mit der Rückzahlung seiner Einlagen in Form von Skipässen oder Zinsauszahlungen rechnen.

Beteiligung am Bergbahnbau
Bereits seit 1965 fährt die Zahnradbahn in Bad Hofgastein auf die Schlossalm. Zeit für eine neue Bahn, finden die Betreiber. Doch so ein Bau kostet Geld. Richtig viel Geld. Insgesamt – so die Rechnung der Gasteiner Bergbahnen AG – werden 84,8 Millionen Euro für den Neubau benötigt. „Ein Viertel der Gesamtsumme können wir aus dem freien Cash-Flow decken, also rund 21,3 Millionen Euro“, sagt Wolfgang Egger, Geschäftsführer der Gasteiner Bergbahnen AG. Für die restlichen 63,5 Millionen Euro soll es eine Kombination verschiedener Modelle der Außenfinanzierung geben – unter anderem Crowdfunding. Interessant ist diese Beteiligung am Neubau der Bahn nicht nur für Aktionäre der Bergbahnen und Einheimische, auch Stammgäste und Menschen, die immer schon einmal an einer Bergbahn mitbauen wollten, sollen über die Crowdfunding-Idee angesprochen werden. Während bisher die „Crowd“ für Finanzierungen eher von Startups genutzt wurde, ist dies nun das erste Beispiel für ein Teilfinanzierungsprojekt eines klassischen mittelständischen Unternehmens.

Wahlmöglichkeit zwischen Zinsen und Liftkarten
Wer sich am Projekt „Schlossalm neu“ beteiligen möchte, kann zwischen drei Finanzierungsmodellen wählen. Bei den ersten beiden Modellen wird das gesamte Kapital nach sieben Jahren getilgt. Die Investoren können sich entscheiden, ob sie in dieser Zeit jährlich vier Prozent Zinsen überwiesen haben möchten oder sechs Prozent Zinsen, die allerdings in Form von Gutscheinen für Liftkarten ausgezahlt werden. Wem sieben Jahre zu lang sind, kann sich auch mit dem dritten Modell über einen Zeitraum von nur fünf Jahren beteiligen. Dabei erfolgt die Tilgung jährlich und die jährlichen Zinsen betragen sieben Prozent, sie werden ebenfalls als Gutscheine für Liftkarten vergütet.

Beteiligungsmöglichkeiten bereits ab 100 Euro
Interessierte Skifahrer und Nicht-Skifahrer können sich bereits mit 100 Euro am Bau der neuen Schlossalmbahn beteiligen. Die höchste Anlagesumme pro Person liegt bei 10.000 Euro. Los geht es heute, 1. Dezember 2016, auf der Plattform https://1000×1000.at/skigastein. Die Grundvoraussetzung für das Projekt ist bereits erreicht: Damit das Crowdfunding für die Bergbahnen Sinn macht, müssen mindestens 100.000 Euro finanziert werden. Um 10 Uhr waren bereits 200.000 Euro eingegangen. Das Crowdfunding endet am 28. Februar 2017. Maximal kann die Investitionssumme über Crowdfunding bis 1,5 Millionen Euro betragen.

Mehr Komfort und mehr Platz – und das bereits ab 2018
Mit der neuen Bahn sollen Komfort und Kapazität gesteigert werden und durch die Bündelung einiger Abfahrten können bestehende Pisten teilweise zurückgebaut werden. Insgesamt wird das Skigebiet Schlossalm aber durch den Neubau der Bahn um 20 Hektar erweitert. Für die Beschneiung wird zusätzlich ein Speicherteil mit einer Wasserkapazität von 150.000 Kubikmeter errichtet. Die Bauarbeiten beginnen im Frühjahr 2017 und bereits im Dezember 2018 soll die neue Schlossalmbahn in Betrieb gehen.


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Nina Genböck
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