14. Oktober 2016

Der Gasteiner Heilstollen Vorbeugen und gesünder werden durch radonhaltige Luft

Einst bauten hier Bergarbeiter Gold und Silber ab. Heute lassen Entspannungssuchende und chronisch Kranke das Edelgas Radon auf sich wirken. Die Kombination aus Radon, Wärme und hoher Luftfeuchtigkeit verspricht langanhaltende Schmerzlinderung und stärkt das Immunsystem.

Über zwei Kilometer geht es hinein in den alten Stollen im Radhausberg. Vor allem im 16. und 17. Jahrhundert leisteten Bergarbeiter hier beim Gold- und Silberabbau Schwerstarbeit. Rund 800 Kilogramm reines Gold bauten sie damals pro Jahr in den Bergwerken im Gasteinertal ab. Während des Zweiten Weltkriegs versuchte man, den Goldabbau noch einmal zu beleben. Jedoch erfolglos. Stattdessen wurde festgestellt, dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur stetig ansteigen, je weiter man in den Berg hinein kommt. Bis zu 44 Grad wird es im Inneren des Radhausbergs warm. Viele der Arbeiter, die in den 1940er Jahren den Paselstollen angeschlagen haben, erfreuten sich – trotz schwerer Arbeit – bester Gesundheit: Ihre Gelenkbeschwerden wurden besser, Atemwegs- und Hauterkrankungen verschwanden sobald sie die Arbeit im Stollen aufnahmen. Natürlich sprach sich das schnell herum. Wissenschaftler wiesen schon 1946 bei ersten Studien einen hohen Radongehalt in der Luft nach, der ausschlaggebend für die Heilungserfolge bei verschiedenen Krankheiten ist. Und nur sieben Jahre nach Kriegsende, 1952, startete bereits der Kurbetrieb im Paselstollen, der fortan Gasteiner Heilstollen genannt wurde.

Radonwärmetherapie wirkt schmerzlindernd und immunstabilisierend
Die Erfolge der sogenannten Radonwärmetherapie beruhen auf der Aufnahme des Radons über die Atemwege und die Haut. Im Körper regt es die Zellreparatur an und aktiviert heilungsfördernde und entzündungshemmende Botenstoffe. Patienten verspüren dadurch deutlich weniger Schmerzen. Diese positive Wirkung verstärkt sich durch das tropische Klima im Stollen. Temperaturen zwischen 37,5 und 41,5 Grad und eine hohe Luftfeuchtigkeit zwischen 70 und 100 Prozent führen zu einer leichten Überwärmung des Körpers. Mediziner sprechen auch von einem erwünschten therapeutischen Fieber. Als Reaktion versucht der Körper durch Schwitzen die Haut zu kühlen. Erfahrungen zeigen, dass allein dieser Effekt schmerzgeplagte Muskeln entspannt und das Immunsystem stabilisiert. Darüber hinaus nimmt der Körper im überwärmten Zustand Radon besser auf. Lang anhaltende Schmerzlinderung und die damit verbundene Medikamenteneinsparung sind die positiven Effekte der Heilstollen-Kur. Die Erfolgsrate liegt bei einigen Diagnosen bei annähernd 90 Prozent. Verstärkt werden die Heilerfolge zudem durch die allergenfreie Luft und die Höhenlage des Gasteinertals.

Kurerfolg bei rheumatischen Erkrankungen besonders gut
Besonders effektiv wirkt die Radonwärmetherapie bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates wie etwa Morbus Bechterew, Arthritis, Arthrose oder degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule und der Gelenke. Die Kur ist daher vor allem bei rheumatischen Erkrankungen ratsam. Es gibt zahlreiche wissenschaftliche Studien, die die Erfolge der Radonwärmetherapie hinsichtlich der Reduktion von Druckschmerzwellen, Schmerzintensität, funktionellen Einschränkungen und Medikamentenverbrauch belegen. Speziell für Morbus Bechterew, rheumatoide Arthritis und degenerative Rücken- und Gelenkleiden liegen sogar randomisierte Effektivitätsnachweise vor. Auch Patienten mit Fibromyalgie, chronischen Neuralgien und Osteoporose-bedingten Schmerzen berichten von eindeutigen Schmerzlinderungen. Aber auch bei Erkrankungen der Atemwege wie Asthma, chronische Nasennebenhöhlenentzündungen, Sarkoidose, Allergien und der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung sowie bei den Hautkrankheiten Schuppenflechte und Neurodermitis stellt sich ein positiver Kurerfolg ein.
Die Therapie eignet sich übrigens neben der Beschwerdelinderung auch zur Gesunderhaltung und Immunprophylaxe. Deswegen werden im Heilstollen zusätzlich zum offiziellen Kurbetrieb 30-minütige Schnuppereinfahrten angeboten. So kann man auch als gesunder Mensch die heilsame, angenehme Wirkung des Heilstollens testen.

Heilstollen-Kur als Urlaubspackage oder unterstützt durch deutsche Krankenkassen
Da die heilsame Wirkung einer Radon-Heilstollen-Therapie wissenschaftlich nachgewiesen ist, unterstützen auch deutsche Krankenkassen eine Kur in Gastein mit ambulanten Vorsorgeleistungen und stationärer Rehabilitation. Wer eine Kur beantragen möchte, meldet sich am besten direkt bei der Patientenservicestelle unter +43-6434-3753-0 oder patientenservice@gasteiner-heilstollen.com. Für alle anderen eignet sich das Urlaubspackage „Heilstollen Gesundheitswoche“. Es beinhaltet sieben Übernachtungen, eine ärztliche Untersuchung, drei Einfahrten in den Heilstollen (oder sechs Dunstbad-Besuche), ein Radonwannenbad, zwei Massagen sowie einen 2-stündigen Thermen-Eintritt. Je nach gebuchter Unterkunftskategorie kostet das Package mit Frühstück ab 512 Euro pro Person, mit Halbpension in einem 3-Sterne-Hotel ab 638 Euro pro Person oder ab 729 Euro pro Person in einem 4-Sterne-Hotel.
Mehr Informationen auf: www.gasteiner-heilstollen.com.


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Nina Genböck
nina.genboeck@genboeckpr.de
Tel.: 030 22487701

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350 Kilometer markierte Wanderwege, 55 bewirtschaftete Almen, Radwege, Bademöglichkeiten und viele Events stehen den Gästen im Sommer zur Verfügung. Im Winter kann man auf 200 Pistenkilometern Ski fahren und in den vielen Loipen langlaufen. Das ganze Jahr über speisen 17 heiße Quellen die Gasteiner Thermen: die Felsentherme in Bad Gastein und die Alpentherme in Bad Hofgastein. Sehr beliebt ist auch ein Besuch im Gasteiner Heilstollen, in dem Radon, Wärme und eine hohe Luftfeuchtigkeit für ein heilsames Klima sorgen.

Selbstverständlich bieten auch die drei Orte viel Kultur. Insbesondere in Bad Gastein kann man noch heute die Spuren der Belle Epoque bewundern.

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