2. Juli 2018

Dengeln, mähen, aufzetteln, umdrehen, rechen, einbringen – im Tiroler Oberland können Gäste im Sommer bei der Bergmahd helfen

Ein neues Angebot bietet den Gästen des Tiroler Oberlands die Möglichkeit, Sense und Rechen zu schwingen. Dabei hilft man nicht nur den Bauern bei ihrer Arbeit an den steilen Bergwiesen helfen, sondern kann auch die Natur und das Leben mit der Natur auf eine völlig neue Art kennenlernen.

Leicht in die Knie gehen, Rücken etwas beugen und dann eine runde Hüftbewegung von rechts nach links und zurück. Wer den Dreh raus hat, schwingt die Sense in einer fließenden Bewegung rhythmisch nur weniger Zentimeter über dem Boden hin und her. Es hat fast etwas Meditatives. Wer mit der Sense mäht, erlebt die Natur mit allen Sinnen. Man genießt das Panorama, riecht das frische Gras, lauscht dem Gesang der Vögel, dem Zirpen und Summen der Insekten und eben dem gleichmäßigen „Swosch“ der Sense. Kein Motorengeräusch stört hier oben. Im Tiroler Oberland läuft das Leben auf dem Land noch ursprünglich ab. Auf den Almen wird in erster Linie gearbeitet, das Vieh versorgt, Käse gemacht und eben die steilen Bergwiesen gemäht. Dass Wanderer hier auch etwas zu essen und zu trinken bekommen, ist nur ein Zusatznutzen der zahlreichen Almhütten.

Über das Leben und Arbeiten auf echten Almen

Auf den Steilwiesen oberhalb von Pfunds und Tösens können Gäste vom 9. bis 12. Juli und noch einmal im September bei der Heumahd helfen. Eine Möglichkeit, die Touristen sonst selten geboten bekommen.

Wer im Juli mit Bauer Benny Achenrainer unterwegs ist, startet in aller Früh gegen 6 Uhr, wenn das Gras vom Tau noch etwas feucht ist, zu einer der Bergwiesen, die man nicht mit modernen, großen Maschinen mähen kann. Nach einer kurzen Einweisung in die Kunst des Sensenmähens freut sich der Bauer über die tatkräftige Unterstützung. Hier ist jede helfende Hand willkommen. Und weil die Arbeit mit der Sense am steilen Hang hungrig macht, gibt es bald das „Neinerla“, ein zünftiges zweites Frühstück gegen 9 Uhr auf der Wiese. Danach muss das frisch geschnittene Gras aufgezettelt, also zum Trocknen verteilt werden. Wenn die Sonne am höchsten steht, ist eine kurze Verschnaufpause angesagt, um den beanspruchten Muskelpartien ein wenig Ruhe zu gönnen. Dann wird das Heu gewendet, um auch die andere Seite zu trocknen. Langschläfer können erst ab Mittag dazustoßen und mithelfen, das Heu nach unten, an den Fuß der Steilwiese zu rechen, wo man dann „Mohda mocht“, längliche Heuhaufen, die anschließend mit dem Traktor abtransportiert werden.

Nach dem arbeitsreichen Tag bietet sich eine zünftige Sonnenuntergangs-Jause auf die Alm an – mit frischen Produkten aus der allernächsten Umgebung: Brot von Bäckereien im Tal, Käse aus der eigenen Sennerei und Wurst und Speck von lokalen Bauern. Als kleines Dankeschön für ihre Hilfe bekommen die Teilnehmer einen Gutschein für ein Schnapserl auf einer der Almen im Tiroler Oberland. Und wer mag, darf an den folgenden Tagen gerne wiederkommen – mähen, aufzetteln, umdrajn, rechen, Mohda mochn. Übrigens: Bei der Heuernte sind im Tiroler Oberland nicht nur Gäste dabei, auch die Einheimischen helfen sich dann gegenseitig und schwingen Sense und Rechen.

Wer bei der Heuernte helfen möchte, muss sich spätestens am Vortag im Tourismusbüro anmelden. Unkostenbeitrag 10 Euro/Person und Tag, inklusive „Neinerla“ und Transfers. Bei Schlechtwetter gibt es ein themenbezogenes Alternativprogramm.

Wanderungen zu Sennern und Hirten, um den Nutzen der Almen zu verstehen

Zur Vor- oder Nachbereitung der Mitmach-Tage auf der Alm eignet sich die wöchentlich stattfindende Almenwanderung. Mit Wanderführerin Gisela geht es zu Sennern und Hirten der Region, die den Gästen aus ihrem Leben erzählen, ihre Tagesabläufe schildern und erklären, warum die Almen in den Bergen bis heute so wichtig sind. Auf einer zweiten Wanderung zum historischen Bergwerk im Platzertal – mit einer Seehöhe von 2.815 Metern übrigens das höchste Bergwerk der Alpen – gibt es Interessantes über den besonders beschwerlichen Erzabbau in diesen Höhen zu erfahren. Das Bergwerk wurde 1910 endgültig geschlossen, obwohl das Erzvorkommen enorm war. Doch die hohen Förderkosten und die lange Winterpause, machten den Abbau in dieser Höhe, mit Blick auf 14 Dreitausender, unwirtschaftlich. Heute sind die alten Bergwerksanlagen denkmalgeschützt.

Neue Tourismusvisionen mit FUTOURIST entwickeln

Das neue Angebot „Mitmachtage im Tiroler Oberland“ ist Teil des Projekts FUTOURIST der Tiroler Umweltanwaltschaft. FUTOURIST hat sich der Förderung der Natur- und Kulturschätze in den Alpen durch sportliche, touristische und umweltfreundliche Maßnahmen verschrieben. Dabei geht es vor dem Hintergrund des Klimawandels vor allem darum, alternative Angebote zum stark mit dem Wintersport verbundenen Tourismus zu schaffen. Diese neuen Naturerlebnisangebote sollen die regionale Infrastruktur verbessern, die Natur, ihre Eigenarten und die Vielfalt der alpinen Lebensräume stärken und die Lebensqualität der Besucher fördern. Das Projekt wird durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020 gefördert.


Pressebilder


Download der Presseinformationen

Pressemitteilung als PDF-Datei
(176,52 kB)


Pressekontakt

Nina Genböck
nina.genboeck@genboeckpr.de
Tel.: 030 22487701

Sie suchen weiteres Bildmaterial?

Zum Bildarchiv

Eingebettet zwischen den Gipfeln der Samnaungruppe im Norden und Westen, dem Kaunergrat der Ötztaler Alpen im Osten und der Glockturmgruppe im Süden liegt das Tiroler Oberland an der Grenze zu Italien und der Schweiz. Von Dreitausender-Gipfeln über Gletscherhänge bis zu sonnigen Hochplateaus, malerischen Alpendörfern und erfrischenden Seen und Bächen – das Oberland bietet alles, was man für einen aktiven Sommerurlaub braucht.

Das Tiroler Oberland vereint die Regionen Kaunertal, Fendels, Kauns und Kaunerberg, sowie Nauders am Reschenpass und die Orte Prutz, Ried, Tösens, Pfunds und Spiss.

Das Kaunertal mit seinen idyllischen Bergdörfern zählt zu den schönsten und ursprünglichsten Landschaften Tirols. Es ist Teil des Naturparks Kaunergrat, geprägt durch das Hochgebirge mit dem Kaunertaler Gletscher und eine artenreiche Flora und Fauna.

In Nauders ist die Nähe Italiens schon spürbar. Das Klima ist deutlich milder als im hochgebirgigen Kaunertal. Die stark terrassierte Landschaft zeigt, dass in der Region trotz ihrer Höhenlage schon seit Jahrhunderten Ackerbau betrieben wird.

Das Oberinntal mit seinen Orten von Prutz bis Pfunds ist geprägt von naturbelassenen Auwäldern im Tal und einzigartigen Hochtälern und Hochplateaus. Am Ende des Tals, auf 1.627 Metern über dem Meeresspiegel, liegt das Örtchen Spiss. Es ist Österreichs höchstgelegene Gemeinde.

Zur Website

Nauders – Tiroler Oberland – Kaunertal - Weitere Pressemeldungen

Seit 17. Dezember 2021 ist die neue Weißseejochbahn in Betrieb. Aktivsportlern stehen damit 50 Pistenkilometern und zahlreiche unverspurte Hänge in allen Schwierigkeitsgraden zur Verfügung. © Kaunertaler Gletscherbahnen
20. Dezember 2021

Best Tourism Village, neue Weißseejochbahn, neuer Skitourenpark und eine Dauerausstellung im Quellalpin: Endlich wieder den Winter erleben in der Naturpark- und Gletscherregion Kaunertal

Nachhaltigkeit, Naturbewusstsein und Entschleunigung. Die Naturpark- und Gletscherregion Kaunertal steht für eine besondere Art des Tourismus. Dies zeigt sich auch bei den neuen Winterangeboten in dieser Saison: Ab Dezember 2021 erweitert zum Beispiel die neue Weißseejochbahn das Angebot auf dem Kaunertaler Gletscher. Und der im letzten Jahr eröffnete Skitourenpark auf dem Winterberg Fendels bietet für Skitourengeher drei Aufstiegsrouten und für Naturliebhaber und Familien gibt es das neue Winterprogramm im Naturpark Kaunergrat. Nach einem intensiven Schneetag in freier Natur sollte man am besten die Schwimm- und Saunalandschaft Quellalpin besuchen. Seit September gibt es dort auch eine neue Dauerausstellung zum Thema Klima und Gletscher. Zudem erhielt das Kaunertal in diesem Jahr als erste österreichische Destination die Auszeichnung „Best Tourism Village by UNWTO“. Ausschlagend dafür ist der nachhaltige und zukunftsfähige Tourismus, den das alpine Tal schon lange lebt sowie die vielen wertvollen Projekte für den Klimawandel in Zusammenarbeit mit der Bevölkerung.

Mehr erfahren

Das Naturparkhaus Kaunergrat ist ein besonderes Ausflugsziel und eignet sich gut für die Erholung in der freien Natur. © TVB Tiroler Oberland-Kaunertal / Martin Lugger
2. Dezember 2021

Auszeichnung „Best Tourism Village by UNWTO“ für das Kaunertal: Zum ersten Mal geht der Preis für Nachhaltigkeit an eine österreichische Destination – der österreichische Bundespräsident Alexander Van der Bellen gratuliert

„Ich gratuliere dem Kaunertal und allen Kaunertalerinnen und Kaunertalern sehr herzlich zu dieser internationalen Auszeichnung. Die Entwicklung hin zu einem nachhaltigen Tourismus ist in Zeiten der Klimakrise der einzige richtige und erfolgversprechende Weg", gratuliert Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der im Kaunertal aufgewachsen ist und dem Tal bis heute sehr verbunden ist.

Mehr erfahren

Skifahren in Nauders am Reschenpass bietet viel Genuss, Komfort und Sicherheit. © TVB Tiroler Oberland Nauders – Rudi Wyhlidal
11. November 2021

Skispaß in Nauders am Reschenpass – neuer kinder- und familienfreundlicher Goldpark Nauders, Skiurlaub mit viel Genuss, Komfort und Sicherheit  

Nauders zündet ein Angebots-Feuerwerk für Familien mit dem neuen kinderfreundlichen Goldpark. Zum Winterstart im Dezember 2021 bereichert die neue Goldseebahn die Region mit einer weiteren Attraktion für große und kleine Gäste. Diese neue Bahn öffnet einen völlig neuen Bereich im Skigebiet namens Goldpark, der speziell für leicht fortgeschrittene Skifahrer sowie Kinder und Familien errichtet wurde. Sie führt Winterurlauber zur neuen familien- und kinderfreundlichen Goldseepiste. Auf der breiten und durchgängig blauen Piste hat man ausreichend Platz zum Skifahren, um den Urlaub auf dem Berg völlig zu genießen.  Zum neuen Goldpark gehören zudem die neue Snow-Base Bergkastel sowie das Nauderixland. Das neue öffentliche Areal am Bergkastel ist mit zwei hochmodernen, überdachten Förderbändern ausgestattet und eignet sich besonders gut für Anfänger und Einsteiger. Eltern können die Zeit zu zweit auf der Piste genießen, während sich die Kids zum Beispiel im Nauderix Skikindergarten austoben, denn das gesamte Nauderixland bietet eine ganztägige Kinderbetreuung an. Zum perfekten Skitag gehört natürlich auch ein gelungener Einkehrschwung – am besten in den Berggenuss.Restaurants. Denn es gibt die Möglichkeit, unterwegs von der Piste aus digital Sitzplätze zu reservieren und Essen zu bestellen, die durch den „Nauders Sitzfix" einen ganz speziellen Service bieten. Das Skiareal Goldpark mit der neuen Goldseebahn, der neuen Goldseepiste und der Snow-Base Bergkastel bilden das Herz des Skigebietes Nauders am Reschenpass.

Mehr erfahren

Beitragsbild
12. August 2021

Kurznachrichten: Tiroler Oberland: Sonnenaufgangswanderung und Herbstfeste. – St. Johann in Tirol: Neuer Detektiv-Trail. – Grado: „Sport & Fun“ am Strand und im Wasser.

Herbst im Tiroler Oberland: Durchatmen bei der Sonnenaufgangswanderung. Schofschoad, Almabtrieb und Apfelfest traditionell feiern im Tal.
St. Johann in Tirol: Der neue Detektiv-Trail in der Region St. Johann in Tirol – spannende Rätseltour für Groß und Klein.
„Sport & Fun“ in Grado: Jeden Tag eine neue Sportart ausprobieren – von Yoga am Strand bis Action beim Kitesurfen.

Mehr erfahren

Beitragsbild
7. Juli 2021

Kurznachrichten: Kaunertal: Patschnlift und Barfußweg – Saalfelden Leogang: Alpiner Golfgenuss mit Wau-Effekt – Thüringer Wald: Edvard-Munch-Rundwanderweg

Kaunertal: Neu und nachhaltig – der Patschnlift und Barfußweg auf dem Sommerberg Fendels
Saalfelden Leogang: Alpiner Golfgenuss mit Wau-Effekt
Thüringer Wald: Edvard Munch Rundwanderweg

Mehr erfahren