11. Oktober 2017

Tiroler Oberland – besinnlich in den Winter starten. Krippenstraße, Advent im Schloss und viele Ski-Möglichkeiten

Das Tiroler Oberland mit seinen Orten Ried, Prutz und Pfunds ist der ideale Ausgangspunkt für alle Winteraktivitäten. Rundherum liegen zahlreiche gute Skigebiete, die schnell zu erreichen sind. Im Tiroler Oberland selbst aber geht es eher ruhig und beschaulich zu. Vor Weihnachten wird es sogar richtig authentisch-besinnlich: Die Einwohner basteln Krippen, spielen die Herbergssuche nach und feiern den Advent mit viel Musik im Schloss Sigmundsried.

Wo Krippen noch selbst gebaut werden

In der Vorweihnachtszeit steigt bei den meisten Leuten die Lust, Dinge selbst zu machen. Strohsterne werden gebastelt, Kekse gebacken, Adventskränze gebunden, Kerzen gezogen oder Christbaumkugeln bemalt. Aber eine Krippe selbst zu bauen, das trauen sich die wenigsten zu. In Pfunds im Tiroler Oberland treffen sich alljährlich jene Einheimische, die es trotzdem einmal ausprobieren wollen. Im Krippenverein wird über Wochen gemeinsam gesägt, geschnitzt, gemalt und gehämmert. Bis am Ende rund 15 völlig neue Krippen entstanden sind. Keine gleicht dann der anderen, denn jeder hat schließlich seine ganz eigene Vorstellung von der perfekten Krippe. Der eine will ein orientalisches Flair rund um das Jesuskind, der andere baut einen traditionellen Tiroler Stadel in Kleinformat und manch einer lässt gar die ganze Landschaft unter einer dichten Schneedecke verschwinden.

Auf Herbergssuche über die Krippenstraße und zum größten Adventskalender im Schloss

Bis zum 24. Dezember haben die Krippenbauer allerdings nicht Zeit, denn sämtliche Kunstwerke werden alle zwei Jahre im Advent in Pfunds bei der sogenannten Krippenstraße ausgestellt. Die Krippenstraße zieht sich einmal quer durch den Ort. In Schaufenstern und Schaukästen werden die Werke in Szene gesetzt und sind dann für jedermann zu bewundern. Am Samstag, 16. Dezember, gesellt sich zu den neuen auch eine lebende Krippe mit echten Schafen, einem Esel und Kindern als Hirten. An diesem Tag findet auch die Herbergssuche statt: Ein als Maria und Josef verkleidetes Paar ziehen durch den Ort, über die Krippenstraße, und bittet an verschiedenen Türen um Einlass. Begleitet wird das Paar von Einheimischen und viel besinnlicher Musik im Ortszentrum. Am Tag darauf, 17. Dezember 2017, laden dann die Pfunds-Kerle zu ihrem Weihnachtskonzert „A Weihnacht bei uns dahoam“. Ein besonderer Adventsmarkt findet bereits am 8. Dezember im alten Schloss Sigmundsried in Ried, an der alten Handelsstraße Via Claudia Augusta statt – mit Musik, Bauernmarkt und Geschichtenlesen. Das Schloss hat auch den mit Abstand größten Adventskalender der Region: Mit jedem Dezember-Tag wird ein Fenster der imposanten, 600 Quadratmeter großen Fassade mehr erleuchtet, bis am Ende alle 24 Fenster erstrahlen.

In der Nachbargemeinde Prutz findet am 2. Dezember ein erster Adventsmarkt statt und am 17. Dezember der „Advent im Winkl“. Der Winkl ist das älteste Gebäude in Prutz, das vom verheerenden Großbrand 1903 verschont geblieben ist. Mitte Dezember wird das Gebäude weihnachtlich beleuchtet und ein besonders uriger Adventsmarkt hält Einzug – mit Chorgesang und gemütlichem Beisammensein bei Glühwein, heißen Kastanien und Süßigkeiten. Der Gewinn kommt einem wohltätigen Zweck zu Gute.

Das Tiroler Oberland – im Zentrum zahlreicher Skigebiete

Ab Mitte Dezember sind auch die meisten Skigebiete in der näheren Umgebung geöffnet: Nauders, Fendels, Serfaus-Fiss-Ladis und Samnaun/Ischgl liegen quasi vor der Haustüre. Und auch zum Kaunertaler Gletscher ist es nicht weit. Für einige Skigebiete gibt es praktische Verbund-Skipässe. Ganz neu in diesem Winter ist der Skiverbund von Nauders auf österreichischer Seite mit fünf Skigebieten im Südtiroler Vinschgau, die „zwei länder skiarena“. So kann man nun also auch vom Tiroler Oberland mit nur einem Skipass über die Pisten von Nauders, Schöneben, Haideralm, Watles, Trafoi und Sulden fahren.

Idealer Standort für einen Winter mit Schneeschuhwanderung, Eislaufen oder Bogenschießen

Für diejenigen, die dem regen Treiben der Skigebiete entfliehen möchten, bietet das Tiroler Oberland viele andere Möglichkeiten abseits der Piste: beispielsweise traumhafte Schneeschuh- oder Langlauftouren über die Pfundser Tschey, ein wildromantisches, unbewohntes Hochtal. Wer nicht alleine unterwegs sein möchte, schließt sich immer dienstags oder freitags im Rahmen des Wochenprogramms der Gruppe an, die von Wanderführerin Gisela geleitet wird. Der Badesee in Ried friert im Winter zu einer 7.000 Quadratmeter großen Natureisfläche zu und bietet jedem ausreichend Platz: Hier kann man Eishockey spielen, Eisstock schießen, Pirouetten drehen oder einfach Schlittschuhlaufen. An der Eislaufhütte gibt es warmen Glühwein und einen Schlittschuh-Verleih. Wer schon immer einmal mit Pfeil und Bogen hantieren wollte, der geht in den 3D-Bogenstadl. Die neue Halle zum Indoor-Bogenschießen hat eine 18 Meter lange Schießbahn, 3-D-Ziele, Scheiben und ist eine Freizeiteinrichtung für die ganze Familie. Mit Flutlicht-Angeboten wird im Tiroler Oberland der Tag verlängert: Jeden Donnerstagabend kann man von Riedhaus mit der Bahn hinauf auf den Sattelboden fahren und über die beleuchtete Schlittenstrecke hinunter nach Fendels rodeln. Ebenfalls bei Flutlicht findet immer freitags das nächtliche Eislaufen mit Eisstockschießen auf dem Badesee statt. Dienstags und donnerstags werden die Strahler dann in Pfunds auf den Eisturm gerichtet. Hier können Interessierte unter Anleitung Eisklettern ausprobieren.


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Nina Genböck
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